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Bericht zur Hochtour auf die Weißkugel (3738m) vom 3.-5. Juli 2026

vor 2 Stunden
2 Min. Lesezeit

Nach kurzer Rast am versunkenen Kirchturm vom Reschensee erreichten wir Melag, unseren Ausgangspunkt im Langtauferer Tal. Die Bauern waren alle grad beim Wiesen mähen, demnach muss das Wetter wohl gut werden. Und diese Regel sollte recht behalten. An der urigen Weißkugelhütte wurden wir freundlich und mit einem Stamperl Schnaps empfangen, das war doch mal ein schöner Empfang! Die Hütte ist klein und fein, hat sogar einen Essensaufzug aus der Küche im Keller und wir mussten auf einer Hühnerleiter aus der Stube in das Matratzenlager hinaufsteigen. Essen war gut und Nachtisch gab’s auch. Der unverfälschte Hütten-Charme von früher ist ein gewaltiger Pluspunkt dieser Hütte. Wir waren begeistert!

Am nächsten Tag war früher Start angesagt und wir mussten erst mal hinunter zum bereits weit zurückgegangenen Gletscher absteigen. Das kannte ich von meiner damaligen Besteigung im Jahre 2007 anders, wo der Gletscher bald nach der Hütte erreicht war. Dann mit Steigeisen auf dem aperen Gletscher nach oben und zuletzt durch weichen Schnee zum Weißkugeljoch auf 3356m. Gottseidank war die Nacht klar und die Schneeoberfläche hatte sich etwas gefestigt, die Tage zuvor war es laut Hüttenwirt ein ständiges durch den sumpfigen Schnee Wühlen. Danach ging es zum Hintereisjoch 3432m, dazwischen musste eine bröselige Rippe gequert werden, welche bei meiner damaligen Besteigung noch gar nicht aus dem Schnee herausragte. Zuletzt dann das Matscher Wandl hoch, welches gottseidank noch nicht voll Blankeis war, somit gut zu gehen, und über einen Vorgipfel im leichten Fels dann zum Gipfel. Aussicht perfekt, Gehzeit zum Gipfel perfekt, alle haben eine top Leistung abgelegt, nur der Fachübungsleiter, dieser verfrorene Hund, hatte es etwas eilig und mahnte zum zeitigen Abstieg… In insg. 10,5h waren wir wieder zurück auf der Hütte, für eine 8er Seilschaft ganz ordentlich (obwohl ich von einem Bergführer geschimpft wurde „do hast ja an ganz scheena Wurm dabei…“).

Am letzten Tag wurde aufgeteilt, für die „jungen Wilden“ gings in der Früh über den Richtersteig zur Weißseespitze 3498m, für die, die der Bettzipfel nicht auslassen hat, war der Hüttenberg, der Schmied 3207m gerade recht. Auf jeden Fall war ein jeder zufrieden mit dem Verlauf des Wochenendes.

Die Teilnehmer waren: Walter und Michael Herbst, Hubert und Jonas Drexler, Gerhard Hoferer, Thomas Stein und Fritz Staudinger.

 

Peter Worbs, 

Hochtourenleiter, DAV Sektion Taufkirchen/Vils



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